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  1. Was mache ich so in meiner Freizeit?

    16. Mai 2012 by Johannes

    Ich hab lange nichts geschrieben hier, das lag aber nicht daran, dass ich mit der Aufzucht von Basilikum-Pflanzen, Tomatensaft-trinken oder dem Lesen der Shitstorms über mein Vegan-Experiment beschäftigt war. (An dieser Stelle nochmal vielen, vielen Dank für die gerade zu explodierten Besucher-Zahlen, da ein “Vegan-Blog” das Experiment auseinander genommen hat :P )

    Nein, ich war produktiv und habe mit meiner Band ein Musikvideo gedreht. “Bääääh, noch son Spasti der meint seine Eier wirken größer, wenn er in ner Band spielt”. Nein, so ist das gar nicht. Ich machs hauptsächlich, weils mir Spaß macht. Und das schon relativ lange, mittlerweile 7-8 Jahre. Das aktuelle Projekt trägt den Namen 8-Bit Chess Club. Und genau mit diesen wunderhübschen Burschen haben wir ein Musikvideo aufgenommen. Reingucken kann man hier:


    Wer das jetzt ansehnlich fand, muss uns erstmal live erleben. Taadaa, wasn Zufall, dass das nächste Konzert ansteht. Am 06.07. bekommt ihr die Chance uns mit Bier zu bespucken oder Unterwäsche an die Mikro-Ständer zu hängen. Stattfinden tut das ganze im Trickster. Pünktlich zum Tagesschau-Gong wird Einlass sein, rechtzeitig anwesend sein ist von Vorteil, im Trickster wird es nämlich relativ kuschelig.

    Gut, das wars auch schon wieder. Ich bereite mich jetzt auf den Herrentag vor.

    Infos zu meinem Kegelverein findet ihr übrigens hier.


  2. Geguckt: Iron Sky

    15. April 2012 by Tom

    Uiuiuiuiui, na wenn das Nichts verspricht: Nazis, Neger, die dunkle Seite vom Mond, Zukunft und Albinisierer.

    Das haben sich wohl auch die Macher von Iron Sky gedacht und bastelten aus ein par absurden Ideen die Naziklamotte, die derzeit in ausgewählten Lichtspielhäusern der Republik dem gemeinen, popcornmampfenden, colaschlürfenden Kinopublikum vorgespielt wird.

    Das ganze sieht für eine aus Spenden finanzierte Produktion erstaunlich gut aus. Leider aber auch nicht immer. Ich bin mir sicher, dass ich manche der Schauspieler schon in solch famosen filmischen Erzeugnissen wie Giant Shark vs Mega Octopus und Sharktopus im Trailer sterben sah.

    Die Story ist auf den ersten Blick dem Micheal Bay erprobten Publikum angepasst. Sprich: völlig bekloppt und an jeder Stelle mit Explosionen versehen wo sie denn passen könnten.

    Dennoch verbirgt sich hinter der trashigen Fassade auch eine ernste Botschaft. Ich nehme mir die Freiheit sie in ein par Thesen für Euch zusammen zu fassen:

     

    •  Amerikaner sind dumme, vulgäre, lügnerische Kriegstreiber;
    • PR Agenten ist jedes Mittel recht um an eine bisschen Macht und Einfluss zu gelangen (Krieg eingeschlossen);
    • wenn es um Rohstoffe geht wird jede Nation dieser Welt zur Inkarnation des selbstsüchtigen Arschloches;
    • Finnland ist nicht ernst zu nehmen;
    • Nord Korea ist noch weniger ernst zu nehmen.

     

    Soweit mein Fazit. Auch wenn man beider Filme nicht wirklich miteinander vergleichen kann, so gehe ich doch soweit zu behaupten, dass Iron Sky um Meilen unterhaltsamer und, für den geeigneten Zuschauer, auch tiefgründiger ist als Quentin Tarentinos Inglourious Basterds. Am besten guckt Ihr Euch den Film einfach an. Egal zu welcher Sorte Menschen ihr gehört, die 92 Minuten Spielzeit des Film wird für die Wenigsten verschwendete Zeit sein.


  3. SEXFREUNDE

    31. März 2012 by Tom


    Ich war nie ein Typ, der auf eine „Sexfreundschaft“ aus war. Viel zu sehr war ich immer der „romantische“ Typ. Ich verliebt mich in eine Frau und gab mich dann mehr oder minder für diese Frau auf. Egal ob ich mit ihr zusammen kam oder nicht.

    Als ich Julia kennen lernte war ich gerade seit zwei Monaten Single und hing noch an meiner letzten Beziehung. Anne war für mich die Frau gewesen. Trotz unseres Alters und das es schlichtweg unrealistisch war, konnte ich mir vorstellen sie zu heiraten, mit ihr Kinder zu kriegen und mit ihr alles zu erleben, was unsere Leben noch bereithalten sollten. Sie brach mein Herz und mein Vertrauen, dass in Menschen doch etwas Gutes sein könnte.

    Dann lernte ich Julia auf einer Party kennen. Sie entsprach zwar nicht meinem “Beuteschema”, aber die Sache war viel zu einfach da sie scheinbar auf mich stand. Als die Party sich dem Ende neigte, gingen wir zu ihr. Noch bevor ich wusste, wie ich es formulieren konnte überrumpelte sie mich: „Nur das du es weißt, ich bin gerade aus einer langen Beziehung raus und brauch echt nichts Neues in der Richtung, aber wenn ich dich schon einmal mit zu mir nehme, dann fänd ich es schade, wenn es bei einem One-Night-Stand bleibt.“ Sie sprach zwar das Wort Sexfreunde nicht aus, aber ich hörte trotzdem die J.D.-eske Trompetenfanfare in meinem Kopf.

    Wir schliefen miteinander, redeten, schliefen wieder miteinander. So ging der Sonntag dahin. Wir tauschten Handynummern aus, Facebook-Addis und als ich ging hatte ich nicht das typische schlechte Gefühl wie bei anderen One-Night-Stands.

    Zwei Wochen später trafen wir uns wieder. Vor der magischen Zeitgrenze von einundzwanzig Uhr. Wir wollten ursprünglich ins Kino. Vorher ein Spaziergang im Park. Ganz so viel spaziert sind wir dann doch nicht. Vielleicht war der Alkohol schuld, oder der Fakt, dass es schon dunkel wurde und sonst fast niemand mehr im Park war. Irgendwie war es auch ein bisschen der Reiz dabei erwischt zu werden. Von da an trafen wir uns öfter. Gingen zusammen feiern und danach zusammen nach Hause. Waren wir beide über Nacht woanders so trafen wir uns spätestens morgens immer bei einem von uns in der Wohnung. Das ging mehrere Wochen so.

    Aus einer spontanen Idee sind wir sogar einmal zusammen in einen Kurzurlaub gefahren. Viel gesehen von unserem Reiseziel haben wir nicht, aber das Zimmer in unserer Pension war eigentlich auch ganz schön.

    Was für viele inzwischen wie eine Beziehung aussah, war für uns nach wie vor nur eine Freundschaft. In der wir regelmäßig miteinander schliefen.

    Irgendwann gelangte zumindest ich an den Punkt, dass das was wir hatten für mich nicht ausreichte. Ich wollte keine Beziehung mit ihr, aber ich wollte wieder eine Beziehung. Unsere wöchentlichen Treffen und Techtelmechtel endeten meist damit, dass ich mich selbst dafür hasste weiterhin etwas zu machen, dass ich eigentlich gar nicht mehr wollte.

    So stellte sich ein schleichendes Ende dieser Sexfreundschaft ein. Irgendwann dann auch der Freundschaft, aber das liegt eher daran, dass ich ein Arschloch bin und sie eine Hure. Oder war es andersrum?


  4. Pony Pony Run Run im Magnet Club

    21. März 2012 by Tom

    Sonnenbrille im Club: Leider geil. Neuer Magnet Club: Leider ungeil.

    Die meisten Begegnungen im Leben werden ja dem allseits bekannten Zufall zugeschrieben. So auch der letzte Mittwoch Abend im Magnet Club. Eine Freundin hatte Karten für das Konzert von Pony Pony Run Run gewonnen und so zog es uns in die Gefilde des Magnet Club in Berlin Kreuzberg.
    Leider war ich vorher zu einem Weinmassaker bei meinem Vater eingeladen. Dementsprechend sind meine Erinnerung an den Abend eher lückenhaft. Ich bitte dies im nun folgenden Konzertbericht zu entschuldigen.

    Als wir die versiffte Treppe in den neuen Magnet Club hochwanken dröhnt aus dem Konzertfloor schon die Vorband. Ich hab keine Ahnung mehr wie die heißen, aber angesichts der Ohrenvergewaltigung, die die Band dort abgezogen hat kann das nur von Vorteil sein. Etliche Biere später beginnt dann endlich der Hauptact: Pony Pony Run Run. Namenstechnisch sicher nicht die glorreichste Namensfindung seit des Mittelalters. Dagegen spielt die Band wenigstens gut. Die Songs sind eingängig, fast schon poppig ohne dabei sich jedoch zu offensichtlich dem Mainstream anzubiedern.

    Leider fällt das nicht vorhandene Styling des Bassisten und des Drummers („Fuck ist der klein! Wurde der zu heiß gewaschen?“) ein wenig unangenehm auf. Insbesondere da der Sänger und Gitarrist hipstertypisch eigentlich ganz coole Klamotten um seine Hühnerbrust flattern lässt während er versucht durch seine Sonnenbrille nicht zu sehen, dass sich nicht mehr als fünfzig Leute zu seinem Konzert verirrt haben. Arme Sau, denn das Konzert bleibt auf Länge auch gut und wird nicht langweilig. Nach einer Zugabe ist dann irgendwann Schluss und ich versuche mir ein Interview zu erschleichen.

    Glücklicherweise ist die Hälfte der Band damit beschäftigt die Bühne abzubauen so dass man mal schnell fragen kann. Kaum haben wir den Drummer angesprochen flitzt auch schon die Tourmanagerin auf uns zu und bombardiert mich mit fragen was ich will und wofür ich schreibe. Ich merke, dass es doch nicht so einfach wird das Interview zu bekommen und schmücke die Wahrheit ein bisschen aus. Drei Minuten später sitzen wir im Backstage mit Gaeton, dem Sänger der Band, in einem kleinen Zimmer, das nach Schweiß und Ranz stinkt. Gaetan hat die Brille immer noch nicht abgesetzt. Irgendwie ist der Typ so scheiße uncool, dass es schon wieder cool ist.

    Tom: Euer Auftritt war wirklich gut. Ich konnte es wirklich genießen, trotz des neuen Magnet Clubs.
    Gaetan: Ja, der alte Magnet Club war kleiner, denke ich. Der neue ist ein bisschen zu groß für so ein Konzert. Unser erstes Konzert in Berlin war im alten Magnet Club im Prenzlauer Berg fünf Jahre her. Als ich herkam habe ich mich erst mal gewundert ob das der Magnet Club ist.
    Tom: Wie habt ihr zusammen gefunden? Seid ihr Freunde von der Schule?
    Gaetan: Der Bassist ist mein Bruder. Er ist ein ganzes Stück älter als ich, ich bin also der kleine Bruder.
    Tom: Es ist ja schon ein bisschen komisch, dass Du und Euer Keyborder eigentlich ganz cool ausseht, während dein Bruder und Euer Drummer ein wenig, naja…
    Gaetan: (lacht) Ja, das liegt glaub ich hauptsächlich daran, dass beide diesen typischen “Franzosen Bart” tragen.
    Tom: Warum trägst du eigentlich die ganze Zeit deine Sonnenbrille, selbst hier im Backstage?
    Gaetan: Na ja, auf der Bühne mit den ganzen Spotlights, dass ist echt schon sehr hell und hier… (zuckt mit den Schultern)
    Tom: Du könntest ja auch erzählen, dass du eine Überempfindlichkeit gegen Licht hast, so wie der Sänger vom Steppenwolf.
    Gaetan: (lacht) Früher hab ich wirklich erzählt, dass etwas mit meinen Augen nicht stimmt und ich die deswegen immer aufhaben muss.


  5. Experiment Vegan

    18. März 2012 by Johannes

    Der Mensch ist von Natur aus ein Fleischfresser. Seit Jahrtausenden jagen Menschen Mammuts für ein paar saftige Keulen, halten Kühe, um sie zu melken oder Hühner, um ihre Eier zu bekommen.

    Ich bin ebenfalls ein Fleischfresser, wenn nicht sogar DER Fleischfresser. Big Mac, Gulasch, Salami-Pizza und Döner sind meine täglichen Begleiter. Ohne Fleisch werde ich zickig. Ergänzt wird mein Nahrungsmittelprogramm meistens mit weiteren tierischen Erzeugnissen aus Milch oder Eiern.

    Nach geschätzten 5000 Dönern machte sich dann das erste Mal mein schlechtes Gewissen bemerkbar und ich fing an meine Nahrungsauswahl zu bedenken. Muss es denn sein, dass Tiere tagtäglich ausgenutzt werden, damit wir ihr Fleisch, ihre Milch, ihr Leder etc. bekommen? „Das ist der Lauf der Natur“ werden jetzt einige stöhnen, „wir brauchen Fleisch um gesund zu bleiben“ andere. Stöhnen kann man viel. Ich habe den Selbstversuch gewagt und eine Woche vegan gegessen.

    Aber was ist eigentlich „vegan“? Veganer verzichten komplett auf den Konsum von Fisch, Fleisch, Milch, Eiern, Honig oder Produkten, die aus diesen Zutaten hergestellt werden. Medikamente oder Kosmetika, die an Tieren getestet werden sind ebenso tabu, wie der Besuch im Zoo oder die Lammfell-Jacke. Im Gegensatz zu Vegetariern verzichten sie also nicht nur auf den Konsum von Fleisch, sondern auf alles was auch nur im Entferntesten mit Tieren zu tun haben könnte. Veganern geht es dabei nicht ausschließlich darum, Tierhaltung anzuprangern, sondern ebenfalls darum, dass Tierhaltung den Treibhauseffekt begünstigt. Des Weiteren werden für eine nichtvegane Ernährung wesentlich mehr Ressourcen(Wasser, Land, etc.) benötigt als für die Herstellung von pflanzlichen Produkten.

    Zurück zu meinem Selbstversuch. Um den Unterschied von nichtveganer und veganer Ernährung auch ganz genau festzustellen, habe ich eine Woche normal gegessen und aufgeschrieben, was ich während dieser Woche gegessen habe.

    Als da wären: ein Toastbrot (zb. mit Nutella, Salami oder Kräuterbutter), eine Packung Mon Cherié, eine vegetarische(!) Pizza, eine Salami-Pizza, eine Spinat-Pizza, ein Döner, Nudeln mit Tomatensoße, zwei Big Macs, einmal Chop Suey, ein Käse-Schinken-Nudelauflauf, Kleinigkeiten wie Bifi, Carazza, Corny oder Twix, Kassler, fünf Muffins, knapp ein Kasten Bier, ein Rinderfilet, Kartoffeln und eine Käsesuppe.

    Ok. Was davon darf ich noch essen, wenn ich mich vegan ernähre? Aja. Nudeln, Bier und Kartoffeln. Und? Und Mon Cherié. Aber wieso denn jetzt Mon Cherié? Da ist doch Schokolade drin? Die Vereinigung Peta, die so etwas wie die Regierung der Veganer ist, hat auf ihrer Homepage eine Liste mit allen Lebensmitteln veröffentlicht, die man als vegan lebender Mensch verzehren darf. Und da sich die Peta-Leute anscheinend nicht aller Leckereien berauben wollen, gelten Lebensmittel, die Milch und Eier enthalten KÖNNTEN als vegan. Gut für mich.

    Die Woche beginnt damit, dass ich nicht weiß wie ich in den Tag starten darf. Mein allmorgendliches „Muffin in der U-Bahn-Spelunke kaufen“ fällt wohl aus. Ein Apfel muss reichen. Und so geht es den Tag über weiter. Ein Apfel hier, ‘ne Paprika da. Zeit sich nach Alternativen umzusehen. Couscous (Grundnahrungsmittel der nordafrikanischen Küche) sieht ganz gut aus. Schmecken tut es ebenfalls ganz gut. Satt machen tut die Pampe aber leider nur für kurze Zeit. Zu Hause angekommen überrascht mich meine Freundin mit Soja-Pudding. Der war sogar echt lecker und ersetzt fortan mein Muffin-Ritual. Tag 1 endet mit dem Verlangen nach Fleisch. Pech gehabt.

    Tag zwei verläuft weitestgehend wie der erste Tag, mit dem Unterschied, dass ich mir abends mal ein richtiges Gericht zubereitet habe. Tofu-Tomatensoße mit Nudeln. Wer nicht weiß was Tofu ist, hier ne kurze Erklärung: Tofu ist eine Mischung aus Schuhsohle und Kaugummi. Nachdem ich den/das/die Tofu eine gefühlte Stunde angebraten habe, ist es nicht mehr ganz so gummiartig und schmeckt ganz gut.

    Am dritten Tag ist es so weit und ich traue mir einen Großeinkauf zu. Es war die Hölle. Die Supermarkt-Kette wirbt mit dem Werbespruch „Einmal hin, alles drin“, hat dann aber keine vegane Abteilung. Also nichts mit alles drin. Ich habe mindestens drei Stunden länger gebraucht, weil ich mir von jedem Scheiß die Zutaten-Liste durchlesen musste. Warum ist denn in Kartoffel-Chips Milch? Aber hey, ich könnte ja dafür die Alnatura Dinkel Kräcker Sesam essen. Das lass ich jedoch lieber und mache mir dann abends eine leckere Kartoffelsuppe.

    Am vierten Tag schaue ich auf dem Weg zum lustigen Mädelsabend mit den Kommilitonen noch kurz bei McDonalds vorbei um herauszufinden, ob deren Pommes vegan sind. Die 5€-Aushilfen wissen natürlich nicht mal was vegan ist und erklären mir dafür aber dauernd, dass Pommes aus Kartoffeln und nicht aus Fleisch sind. Ah danke, ohne euch hätte ich das nicht bemerkt. Ich lasse mir also den Chef kommen, der mir versichert, dass an oder in den Pommes keine tierischen Produkte sind. Als guter Veganer sollte man natürlich trotzdem nicht zu McDonalds gehen, da die wahrscheinlich jedes Tier schneller verarbeiten als ich „Tierquälerei“ sagen kann. Etliche Biere und zu viel Jack Daniel`s später, versuche ich im leicht benommenen Zustand auch herauszufinden ob die Pommes bei Burger King ebenfalls vegan sind. An die Antwort kann ich mich nicht erinnern, morgens finde ich in meiner Tasche jedoch eine Burger King Pommes-Tüte.

    Der fünfte Tag verläuft ganz gut, da ich mich nicht ärgern muss kein Fleisch essen zu dürfen, da sämtliche feste Nahrung…sagen wir mal so: nicht so günstig gewesen wär. Abends lasse ich mich dann doch dazu hinreißen von einer Gemüse-Lasagne zu probieren. Sehr lecker, das würde ich sogar freiwillig essen.

    Tag Sechs und Sieben gehen mit viel Soja-Pudding und Gemüse zu Ende. Jetzt reichts dann aber langsam auch mal mit dem Vegan sein. Am letzten Tag habe ich zwar noch die vegane Abteilung bei DM entdeckt, wo es aber auch nur Matschepampen in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Die erinnern eher an wiedergekäuten Baby-Brei und sind daher nicht unbedingt mein Fall und können mich nicht dazu bewegen vielleicht dauerhaft vegan zu essen.

    Alles in allem kann ich sagen, dass es am Anfang sicherlich nicht leicht war, unmöglich ist es jedoch nicht vegan zu leben. Ich werde nach diesem Experiment sicherlich anders und bewusster essen, als vorher. Mir sind Döner und Pizza jedoch wichtiger als das gute Gewissen und daher werde ich auch weiterhin nicht vegan leben.

    Dieses Experiment habe ich im Rahmen eines Hochschul-Projekts durchgeführt.


  6. Chronologie des Scheiterns

    12. Januar 2012 by Johannes

    Nein, dies soll kein Review über die aktuelle Korn-Platte oder ein Beitrag darüber werden, ob Steffen Hallaschka besser zu Stern TV passt, als sein Vorgänger Günther Jauch.

    Es geht um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Wer bin ich? Was geschieht nach dem Tod? Was ist der Sinn des Lebens? Warum überleben Supermarktkräutertöpfe bei mir nur 3 Tage?

    Die 4. Frage ist im Gegensatz zu den vorherigen nicht einfach zwischen Tür und Angel oder von Aiman Abdallah in einem Galileo-Themenabend zu beantworten. Hierfür braucht es jemanden der vor keinem Experiment, keinem Kräutertopf-Magnaten oder dem CIA zurückschreckt: Mich! Unter Einsatz meines Lebens wagte ich also nun das Experiment Kräutertopf, Basilikum Kräutertopf.

    Im Supermarkt meiner Wahl (fängt mit R an und hört mit ewe auf) wählte ich nun also ein besonders schönes Exemplar des ocimum basilicum (=Basilikum). Alles noch schön grün, gleichmäßig gewachsen, 1,49€. An der Kasse wurde ich schon mitleidig angeguckt, ob das daran lag, dass ich einfach Kacke aussah oder weil die Verkäuferin mir sagen wollte: “Das Ding geht dir ein, wenn du durch die Drehtür gehst” weiß ich nicht. Ist ja auch egal, voller Vorfreude auf meine Aufgabe nahm ich den Topf mit nach Hause.

    Zu Hause angekommen, befreite ich das Pflänzchen sofort aus seinem Plastik-Gefängnis und verfrachtete es in einen Topf mit frischer Erde. Noch kurz gießen, fertig. Ich war stolz auf mich. Ich hatte so eben meinen persönlichen Rekord für das Überleben so eines Mini-Kräuter-Gartens aufgestellt. Ich suchte dem Töpfchen einen schönen Platz am Fenster, damit es auch sehen konnte was in der großen, weiten Welt des Hinterhofs so vor sich ging. Folgendes Bild belegt, wie wohl sich das Basilikum in meiner Obhut fühlte.

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    Tag 2 dann der Schock. Hatte mir das Pflänzchen das Wohlbefinden nur vorgespielt oder warum ließ es so die Blätter hängen? Ich gab ihm sofort seine Medizin (aka Leitungswasser), in der Hoffnung damit das Basilikum wieder aufzupäppeln. Andere Pflanzen hatten bei mir schon ohne Tageslicht überlebt, selbst wenn sie nur unregelmäßig mit Bierresten oder Multivitamin-Saft von Netto gegossen werden. Kann ja also nicht so schwer sein.

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    Das gute Zureden und meine Liebe hatten die Pflanze anscheinend überfordert und sie hatte den Lebenswillen verloren. Es war vorbei, an Tag 3 musste ich Abschied nehmen. Seit diesem Tag stelle ich mir immer wieder die Frage nach dem “Warum?”. War der Platz nicht schön genug? Habe ich zu wenig gegossen? Hat der Kater vielleicht raufgepisst? Hatte sie Heimweh nach der Gemüse-Abteilung und hat die Petersilie vermisst? Bis heute habe ich auf all diese Fragen keine Antwort. Möglicherweise haben die Freimaurer etwas damit zu tun. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu blöd.

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  7. NoSleepUntilOstkreuz

    4. Januar 2012 by Tom

     

    Es musste sein. Sich länger dagegen zu wehren, wäre so kräftezehrend gewesen, wie Manuel Uribe mit dem kleinen Finger zu stemmen.

    Im Prinzip erwartet Euch somit mit meinem neuesten Projekt ein Fototagebuch in welchem ich versuche mein Leben zwischen Alkohol, Studium, Alkohol, Drogen, Alkohol und zerrütteter Beziehungswelt auf eine optische ansprechende Art und Weise auszukotzen.

    Trotzdem wünsche ich Euch viel Spaß mit:

    NoSleepUntilOstkreuz

    Wem meine Posts zu langweilig, subjektiv oder altbacken sind, dem sage ich nur: FuckYouVeryMuch!


  8. Leidenschaftlich: Flashguns – Passions Of A Different Kind

    10. Dezember 2011 by Tom

    I feel great,
    I look great,
    I feel dead,
    I feel deader.

    So I go to my mother and I go to my father and I go to my lover

    Flashguns – The Beginning

    Das erste Mal eine Zigarette rauchen. Meist hauptsächlich kratzig, bitter. Ein bisschen wird einem schwindlig, vielleicht klopft sogar der Mageninhalt am letzten Ende der Speiseröhre an. Alles in Allem kein wirklich gutes Erlebnis. Trotzdem findet man sich Jahre später bei klirrender Kälte draußen auf der Straße bibbernd wieder, während man verzweifelt mit dem Feuerzeug darum kämpft eine Flamme zu Stande zu bringen um sich Eine anzuzünden.

    Das erste Mal Flashguns hören ist nicht so unangenehm, wie das erste Mal Eine zu rauchen. Dazu erscheinen die drei Briten einem viel so harmlos. Das geht einem fast auf Albumlänge so. Bis das letzte Stück auf dem Album anläuft: ‘Racing Race‘. Selten nimmt ein Song einen so in seinen Bann. Man fühlt sich von ihm aufgesogen, wie eine verglühende Zigarette.

    Anschließend steht man da: verraucht und ein bisschen verwirrt. “War das gerade wirklich die Band, die das ganze Album gemacht hat? Aber, dann muss der Rest des Album doch auch gut sein!” Die Ohren nun gespitzt auf jede kleinste Note, jeden Ton von ‘Passions of a Different Kind‘ und es erschlägt einen — wie die Erkenntnis mit dem Rauchen nicht einfach wieder aufhören zu können: Alles macht Sinn, alles hat seinen Platz auf dieser Platte redlich verdient.

    Produziert wurde dieses Suchtmittel von Barny Barnicott und Luke Smith, die schon bei den Foals und Kasabian ein Händchen für den richtigen Sound hatten. Trotz oder vielleicht nur wegen der drei Mann Besetzung schafft es die Band zusammen mit den Produzenten den Bass an den richtigen Stellen Wummern, die Gitarre in den richtigen Passagen und das Schlagzeug in den richtigen Takten krachen zu lassen. Nie entsteht dabei Sound-Brei, sondern stets lässt sich alles gut differenziert heraushören.

    Jeder Song begeistert dadurch auf andere Weise und doch klingt die Platte nicht wie von zehn Bands, sondern wie von einer. Angestachelt durch dieses Erfolgserlebnis hört man die Platte immer und immer wieder. Dabei wird das gute Stück immer und immer besser und hinterlässt einen immer hungriger sie noch mal anzuhören.

    Ich bin Kettenhörer geworden. Ob ich mich dem entziehen kann steht in den Sternen. Vielleicht beim nächsten Album der Flashguns. Erwarten kann ich es kaum.

     

    Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit bedroomdisco.de entstanden.


  9. Second Life

    9. Dezember 2011 by Jakob

    Second Life. Seit vielen Jahren ein mythenumwobener Ort des Internets. Seit 2003 existiert er, der Fluchtort für die einsamen Seelen und Socially Awkward Penguins unserer Zeit. Um für ein Referat zu recherchieren begebe ich mich nun in diese Welt aus Rollenspiel, Cybersex und digitaler Selbstdarstellung.

    Die Registrierung und der Download der benötigten Software sind schnell abgeschlossen. Das Programm wird gestartet und nach wenigen Schritten haben wir einen wunderbaren Avatar kreiert: „DrLunchalot“; Ein unscheinbar aussehender, junger Mann in Jeans und Flanellhemd. Man will ja nicht sofort negativ auffallen.
    Der erste Ort den ich besuche ist NewBerlin. Es dauert gefühlte Stunden bis alle Texturen geladen sind, doch dann kann erkundet werden. Ich steuere zielsicher auf eine digitale Version des Einkaufscenters Alexa zu und mir fällt schnell auf, wie sich SecondLife finanziert. InGame-Artikel aller Art lassen den User sein Erscheinungsbild ändern, Grundstücke und Möbel kaufen, sowie Besucherpässe für besondere Orte erwerben. Alles kann gekauft werden. Alles. Aber dazu später mehr.

    NewBerlin langweilt mich schnell, außerdem wird dieser Ort von einem schwäbischen Radiomoderator unterhalten. Oh, die Ironie.
    Meinen nächsten Ort wähle ich per Zufall aus. Ich finde mich in einem amerikanischen CountryClub wieder, in dem der Großteil der Besucher Squaredance tanzt und sich über den Gruppenchat gegenseitig anbiedert. Mein Plan, durch mein schlichtes Aussehen nicht aufzufallen, geht nach hinten los, da ich anhand meiner Kleidung sofort als „Newbie“ auffalle. Aber das Publikum dieses hölzernen Tanzhauses ist freundlich und entgegenkommend und weist mich auf einen Ort namens „Freebie-Island“ hin. Dort kann ich gratis Items abstauben, um mein Aussehen interessanter zu gestalten. Ich erweise meine Dankbarkeit in Form eines kurzen Tanzes und mache mich auf zu einer Shoppingtournee.

    Ich verlasse „Freebie-Island“ als Muskelpaket in Tanktop und mache mich auf in den nächsten Nightclub (der sich im Laufe des Abends als Swingerclub herausstellt). Ich verstehe die Steuerung falsch und setze im mich im Schneidersitz direkt hinter eine leicht bekleidete Tänzerin und starre direkt in ihren animierten Hintern. Sie ist nicht besonders angetan und verscheucht mich. Ich fühle mich ausgeschlossen als Newbie und lege mich erstmal auf einen Liegestuhl neben eine attraktive Blondine namens Lorri Acer. Sie ist offenherzig und freundlich und erklärt mir die Grundlagen von SecondLife, sogar das Tanzen, Kuscheln und Knutschen führt sie mir vor. Es wäre fast aufregend, wäre Lorri nicht ein schlecht animierter Avatar, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem dicken, haarigen Nerd gesteuert wird.

    Ich nutze das lange Gespräch mit Lorri um ein paar Informationen aus ihr herauszukitzeln. Scheinbar gibt jeder ernstzunehmende Nutzer Geld für besseres Aussehen, flüssigere Bewegungen und ja… Geschlechtsteile aus. Ein solches wird mir präsentiert, als wir nach unserem Strandspaziergang zur Tanzfläche zurückkehren.
    Ich verabschiede mich von Lorri, denn ich habe Hunger – also im echten Leben – und man verspricht sich, sich mal wiederzusehen. Hättste wohl gern Fettsack.

    Das war in etwa meine erste Stunde SecondLife. Das nächste mal zähle ich mit, wie oft ich “What the Fuck” vor mich hinsage.

    Bildergalerie:

     

    [Ich werde die nächsten Wochen immer mal wieder ein kleines Update schreiben, wenn die Zeit es erlaubt]

     


  10. Ausgefeiert: The Rifles – Freedom Run

    2. November 2011 by Tom

    The simple things I wish I said
    When I look back now i regret
    Although it’s true I dream of you
    I keep moving on.

    Dreamer – The Rifles

    Ein typischer Sonntag: Im Suff vergessen die Vorhänge zu zuziehen. Die Sonne scheint aufs verkaterte Gesicht. Blinzelnd öffnet man erst eins, dann beide Augen. Neben einem im Bett liegt jemand. “Stimmt ja”, denkt man sich, “die kleine Süße ausm Club”. Langsam stiehlt sich ein zufriedenes Grinsen aufs Gesicht und der Kater durch den missbräuchlichen Alkoholkonsum flieht vor einem Hochgefühl. “Vielleicht doch gar nicht so ein typischer Sonntag”.

    So klingt das aktuelle Album ‘Freedom Run‘ von The Rifles. Ruhiger als die Vorgänger. Eingängiger. Weniger polarisierend. Insgesamt stimmiger. Das beginnt schon beim ersten Stück auf der Platte, welches da passend zu dem oben beschriebenen Aufwachszenario den Namen ‘Dreamer‘ hat. Für die Person die nicht zu Hause geschlafen hat gibt es ja den bekanntlichen ‘Walk Of Shame‘. Den kann man jetzt wesentlich stilvoller beschreiten, wenn man sich dabei den zweiten Song ‘Long Walk Back‘ in die Ohren steckt, die ‘Wayfarer‘ auf die Nase drückt und durch den Morgen nach Hause wankt.

    Insgesamt klingt das ganze Album als wäre es zum größten Teil vom Suchen und Finden der, manchmal auch nur kurzweiligen, Liebe inspiriert gewesen. Musikalisch geht die Sache diesmal in weniger herausstechende Gitarrenriffs, dafür aber in von der ganzen Band stimmig gespielten Melodien. Des öfteren ist auch am Mikrofon nicht nur einer der Vier zu hören, sondern gleich mehrere. Scheinbar hat man sich da ein wenig an A-Capella Bands ein Beispiel genommen oder von The Bishops inspirieren lassen.

    Vielleicht haben sich die vier Londoner in den letzten Jahren während ihrer Tourneen ein wenig einsam gefühlt und deswegen dieses Album vorgelegt. So genau weiß man das nicht. Was man aber weiß und auch nachhören kann ist ist ein wunderschönes Album für den sogenannten Katersonntag.

    The Rifles – Freedom Run
    VÖ: 16. September 2011 (Right Hook Records/ EMI)

    Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit bedroomdisco.de entstanden.